DONNERSTAG, 05. APRIL 2018
FRANKFURTER RUNDSCHAU
Friedberg Mehrere Vereine und das Evangelische Dekanat planen neben der Kinderfarm Jimbala einen „City Garden“
VON ANDREAS GROTH

Im Schatten des Rosentalviadukts, der aus rotem Sandstein gemauerten historischen Eisenbahnbrücke, liegt Friedbergs grüne Ecke. Unweit der „24 Hallen“, wie die Brücke im Volksmund genannt wird, und wenige Meter vom Flüsschen Usa entfernt haben sich etliche Kleingärtner ihr persönliches Paradies eingerichtet. Gegärtnert wird dort aber längst nicht nur für das eigene Glück.

Im Sommer 2016 eröffnete das Evangelische Dekanat Wetterau am Uferweg seinen

interkulturellen Garten, in dem Einheimische und Migranten, vor allem türkische und bulgarische Frauen aus der Friedberger Altstadt, gemeinsam Kräuter und Gemüse anbauen. Eine Minute entfernt hat der Nabu Wetterau seit 2015 einen Garten gepachtet, rund 1600 Quadratmeter groß, in dem die Naturschützer regelmäßig Mitmach-Seminare anbieten, eigene Beete bepflanzen und zwei Bienenstöcke halten. Wer gerne im Grünen aktiv ist, dazu noch mit anderen, ist hier richtig.

Hannes Motsch möchte Friedbergs grüne Ecke noch erweitern. Der 60-Jährige ist Vorsitzender des Vereins Kinderfarm Jimbala, der seit 2009 einen Abenteuerspielplatz an den „24 Hallen“ betreibt. Auf dem teils durch Benjeshecken begrenzten Areal haben Kinder aus Friedberg und der Umgebung gemeinsam mit ihren Betreuern eine Welt nach ihren Vorstellungen eingerichtet: Rot lackierte Bauwagen, eine Feuerstelle, ein Wasserspielplatz mit Pumpe, ein Piratenschiff sind über das große Gelände verteilt. Holz ist das dominierende Material.

Gleich neben der Kinderfarm plant Motsch zusammen mit weiteren Vereinen und dem Evangelischen Dekanat den „Friedberger City Garden“. So lautet zumindest der Arbeitstitel für das Vorhaben, das auf einer Fläche von rund 1,1 Hektar verwirklicht werden soll. Im Konzept ist von einem „Ort der Begegnung und Verständigung von Menschen unterschiedlicher Kultur, Nationalität und sozialer Schicht“ die Rede. Auf mehreren Parzellen sollen Obst, Beeren, Gemüse und Kräuter „umweltfreundlich und für den Eigenbedarf angebaut“ werden. Von einer Parzelle werde man bequem zur anderen gehen können, sagt Motsch. „Wir wollen keine Schrebergärten, sondern etwas Offeneres“ – und das auf einer ungleich größeren Fläche, als sie im interkulturellen Garten und dem Nabu-Garten zur Verfügung stehe, sagt Motsch. Beim Evangelischen Dekanat, das sich an dem „City Garden“ beteiligen will, ist man entsprechend angetan von den Plänen. Im interkulturellen Garten gebe es nur kleine Flächen, und von denen seien bloß noch wenige frei, sagt Pressesprecherin Annegret Rach.

Noch hat die Stadt die 1,1 Hektar an einen Landwirt verpachtet. Den Vertrag habe man aber zum 31. Oktober 2019 gekündigt, sagt der stellvertretende Leiter des Friedberger Bauamts, Andreas Eigelsheimer. Initiator Motsch hofft allerdings, schon früher mit der Erschließung des Areals beginnen zu können. Er werde mit dem Landwirt sprechen, sagt er.

Außer der Kinderfarm Jimbala wollen das Evangelische Dekanat Wetterau, die Organisation Regionale Dienstleistungen Wetterau, die arbeitslose und suchtkranke Menschen sowie Flüchtlinge unterstützt, die Nabu-Umweltwerkstatt und der Verein „Mensch mach mit!“ am „City Garden“ mitwirken. Der Verein organisiert vor allem Projekte und Freizeitaktivitäten, die der Inklusion dienen sollen. Für den Vorsitzenden Klaus Schumacher passt der „City Garden“ zu den Zielen des Vereins. „Es werden Menschen einbezogen, die nicht so viel am öffentlichen Leben teilhaben“, sagt der 53-Jährige, „Menschen, die häufig aus sprachlichen und kulturellen Gründen unter sich bleiben.“ Für den 7. Mai hat Motsch alle Mitwirkenden zur Gründung des „City-Garden“-Trägervereins eingeladen.

 

Nähere Infos über das Projekt gibt es beim Frühlingsfest im interkulturellen Garten am 21. April, 15 bis 18 Uhr. Der Garten ist in der Schrebergartensiedlung, An den 24 Hallen, in Friedberg. 

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