gefördert von Aktion Mensch

  1. Kurzbeschreibung des Projektes
    • Zielgruppe

 

Die Zielgruppe des Projektes sind benachteiligte Kinder mit Migrationshintergrund, vorrangig aus der Friedberger Altstadt. Des Weiteren sind autochthone Kinder aus verschiedenen Stadtteilen Friedbergs mit involviert, die durch das Projekt „Zusammen wachsen und Zusammenwachsen“ gefördert werden sollen. Die Arbeit mit Kindern aus dem Bereich der Flüchtlingshilfe ist noch in Planung, jedoch sind durch Kooperationen (siehe Punkt 4.) bereits die ersten Erfolge zu verzeichnen.

  • Ziele, Schwerpunkte, Methoden

 

Das Ziel des Projektes „Zusammen wachsen und Zusammenwachsen“ versuchen wir derzeit in Form von folgenden Aktivitäten zu erreichen:

Die Kinder sollen aufgesucht und auch über Schnupperangebote animiert werden, unseren Platz zu aufzusuchen um die diversen Angebote wahrzunehmen.

Dabei soll in der freien Natur selbstständig dazu angeregt werden mit allen Ihren Sinnen die Natur zu erleben und zu erfahren. Wir haben mit Kindern z.B. verschiedene Kräuterbeete angelegt und Gemüsesamen eingepflanzt. Regelmäßig werden diese und andere Erzeugnisse, z.B. Kartoffeln, mit den Kindern zusammen verarbeitet und dann gemeinschaftlich am und auf dem Feuer zubereitet. Die Wichtigkeit der Erzeugung von Lebensmitteln sowie der sorgfältige Umgang damit, werden den Kindern auf diese Art und Weise vermittelt. Das 'Feuer machen' ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Kinder, um einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Medium zu erlernen und dies in der Gruppe gemeinschaftlich zu erfahren.

Die Kreativität und das aktive Tun werden durch vielfältige Angebote gefördert, viele sind im handwerklichen Bereich z.B. mit Holz (z. B. Hüttenbau, Bau von Möbeln aus Paletten, Schnitzen, etc.) angesiedelt. Die motorischen Fähigkeiten werden durch das Herumtollen auf dem naturnah gestalteten Platz sowie durch spezielle Aktionen, z.B. Klettern in einem Klettergerüst gefördert. Wir konnten bereits einen jugendlichen Mentor (siehe 2.2.) finden, daher kann diese Förderung partizipativ mit seiner Einbeziehung stattfinden. Viele neue Ideen zur Nutzung und Gestaltung des Geländes kommen selbstständig von den Kindern. Wir unterstützen diese Ideen und versuchen, soweit es möglich ist, diese entsprechend umzusetzen.

Die Beziehungsarbeit zwischen den Betreuer_Innen, den Kindern und Ihren Erziehungsberechtigten wird durch viele persönliche Gespräche und laufende Präsenz der Mitarbeiter_Innen im Stadtteil gesichert und findet fortlaufend statt.

 

  1. Stand der Durchführung des Projektes
    • Wie sahen die ursprünglichen Planungen für das Projekt für das vergangene Jahr aus?

 

Die ursprünglichen Planungen sahen vor sowohl benachteiligte, als auch autochthone Kinder anzusprechen und Projekte in der Altstadt und auf unserem Platz anzubieten. Es wurde durch ehrenamtlichen Mitglieder und die beiden Hauptamtlichen aktiv Werbung gemacht, d. h. persönliche Vorstellungen mit Kurzbeschreibungen des Projektes bei Beteiligten im Stadtteil, sowie weiteren Akteuren. Das Interesse verschiedener Institutionen (Schulen, etc.) wird durch kostenfreie Schnupperangebote geweckt, mit dem Ziel, dass die erreichten Kinder auch unabhängig die Angebote nutzen. Diese Netzwerk- und Beziehungsarbeit erfolgt ständig weiter, um keinesfalls Kooperationen, die Kinder, die Eltern, etc. aus dem Fokus zu verlieren. Die Arbeit mit festen Gruppen und festen Zeiten war geplant konnte jedoch noch nicht bzw. in geringem Umfang umgesetzt werden. Durch das niedrigschwellige Angebot und die Freiwilligkeit der Teilnahme der Besucher ist das Arbeiten mit festen Gruppen nur kurzzeitig (in Form von Tagesangeboten) leistbar. Im Moment ist die Bereitschaft der Kinder, regelmäßige, feste Angebote anzunehmen noch nicht vorhanden.

 

  • Welche Ziele konnten erreicht werden? Welche Umsetzungsschritte sind im Hinblick auf die Zielsetzung erfolgt (Soll-/Ist-Vergleich)?

 

Auf Grund der kontinuierlich steigenden Zahl von Kindern ist es bereits jetzt gelungen, unser Projekt sehr bekannt zu machen. Die Kinder aus der Altstadt, sowie aus der näheren Umgebung Friedbergs besuchen den Treffpunkt im der Altstadt sowie die Kinderfarm aktiv, fragen nach Angeboten und nehmen dies war. Wir haben einen Jugendlichen (14 Jahre), der fast täglich die Farm besucht. Er ist handwerklich sehr bewandert und fungiert bei verschiedenen Bauprojekten (Hüttenbau, Möbel aus Paletten, usw.) sehr erfolgreich als Mentor für die jüngeren Kinder und bringt Ihnen den sorgsamen Umgang mit Werkzeug und Maschinen bei. In Gesprächen mit dem Lehrpersonal der ortsnahen Gemeinsamen Musterschule, haben wir die Informationen bekommen, dass vor allem bei 'schwierigeren' Kindern auffällt, dass sich die sozialen Einstellungen positiv entwickeln. Eine feste Einteilung von kontinuierlichen Gruppen ist, wie vorab beschriebenen, leider im Moment noch nicht umsetzbar. Im Hinblick auf die Planung sind wir bereits erheblich weiter als ursprünglich angesetzt. Wir befinden uns bereits mitten in der aktiven Arbeit mit den Kindern, nicht mehr in der Phase des Aufbaues bzw. Bekanntmachens.

 

  • Gibt es gravierende Veränderungen im Rahmen der Projektdurchführung gegenüber der ursprünglichen Antragstellung? Bitte Ursachen benennen und darstellen?

 

Ursprünglich war geplant, diverse Angebote u. a. in Form von 6-Wochen-Programmen umzusetzen. Die persönlichen Erfahrungen der Hauptamtlichen zeigen, dass vor dem Hintergrund der Lebenssituation der Zielgruppen eine kontinuierliche Gruppenarbeit in der momentanen Projektphase noch nicht realisierbar ist. Erst eine langfristige Vertrauensarbeit wird es ermöglichen, Kinder und Eltern an unsere Angebotsstruktur für einen längeren Zeitraum zu binden. Dabei ist zu bedenken, dass das Milieu der Friedberger Altstadt bisher nicht in die Angebotsstruktur der kommunalen Jugendhilfestruktur eingebunden wurde. Zudem haben die Kinder bisher nicht gelernt, aktiv und kontinuierlich zu agieren. Es muss zunächst das Interesse am gemeinsamen Tun geweckt und Selbstwertgefühl sowie Durchhaltevermögen entwickelt werden.

Neben der anvisierten Zielgruppe kommen vermehrt auch von Kindern mit speziellen Bedürfnissen (Handicaps) und deren Eltern bzw. Erziehungsberechtigte. Diese Kinder müssen teilweise eng begleitet werden (1:1 Betreuung), was mitunter eine Herausforderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darstellt. Die Mischung von Gruppen, welche aus benachteiligten, autochthonen und gehandicapten Kindern bestehen sollen, ist absolut förderlich für die Bildung von sozialen Kompetenzen dieser Kinder. Es ist schwierig alle Kinder in der Friedberg Altstadt zu erreichen, da die Eltern den Kindern teilweise nicht den Besuch der Angebote und/oder der Kinderfarm erlauben. Den Eltern muslimischer Herkunft fällt es teilweise sehr schwer, zu verstehen, dass Ihre Töchter mit Jungen zusammen 'spielen' und die Arbeit mit Kindern auch von Männern durchgeführt werden kann. Sowohl die Jungen als auch die Mädchen sollen aber die gleichen Möglichkeiten haben, Angebote wahrzunehmen, bzw. mitzumachen. Diese soziokulturell geprägten Einstellungen waren uns bewusst, jedoch nicht in diesem Umfang. Hier ist noch viel Beziehungsarbeit, auch in der Muttersprache der Beteiligten, notwendig.

 

  1. Positive wie negative Erfahrungen und Ergebnisse (Zahlen, Daten, Fakten), statistische Angaben zur Anzahl der erreichten Nutzer und ähnliches, zu den Produktionsergebnissen sowie zur Einnahme- und Erlössituation im Rahmen der Impulsförderung Arbeit


Seit Beginn des Projektes haben wir steigende Kinderbesuche zu verzeichnen.

Trotz der herbstlichen und später winterlichen Witterung konnten wir bereits zu Beginn der Projektlaufzeit regelmäßig 4-6 Kinder aus dem Altstadtbereich (Zielgruppe) von dem vereinbarten Treffpunkt abholen und zu unserem Platz begleiten. Parallel dazu war es uns möglich, über Angebote im Fünffingertreff wertvolle Kontakte zu den Kindern der Altstadt zu knüpfen. Der Fünffingertreff wird von unserem Kooperationspartner Diakonisches Werk Wetterau koordiniert und uns für bestimmte Zeiten zur Nutzung überlassen. Diese Angebote wurden von 8 – 22 Kindern wahrgenommen. Inzwischen hat sich die Besucherzahl von Kindern der Zielgruppe auf dem Platz auf 10 – 16 Kinder eingependelt. Wir rechnen damit, dass die Besuche der Kinder weiterhin steigen werden.

  1. Kooperationsmethoden und bisherige Kooperationserfahrungen zwischen Antragsteller und anderen Organisationen (sofern zutreffend)


Seit Beginn des Projektes stehen wir in enger Verbindung mit verschiedenen Kooperationspartnern. Vornehmlich ist die Kooperation mit dem Diakonischen Werk Wetterau zu nennen. Da die Diakonie Ihrerseits auch ein Projekt im Bereich der Friedberger Altstadt durchführt, haben wir in Bezug auf die Kinder ein nahezu gleiches Interesse in unseren Bestrebungen. Wir nutzen teilweise mit der Diakonie ein Büro in der Altstadt, um den Bezug zu den Kindern, den Eltern und weiteren Beteiligten aufrechtzuerhalten und gemeinsam am selben Strang zu ziehen. Die Diakonie ist sehr bestrebt mit Flüchtlingsfamilien zu arbeiten und deren Kinder an uns zu vermitteln. Über der Diakonie steht die Stadtjugendpflege Friedberg, welche u. a. die Räumlichkeiten bereitstellt und selbst auch im Stadtteil in der Form von Betreuungsangeboten aktiv ist. Alle diese Angebote sind mit- und untereinander mit den einzelnen Akteuren abgestimmt, um nicht gegeneinander zu laufen, sondern um sich zu unterstützen. Des Weiteren ist die enge Zusammenarbeit mit der 'Gemeinsamen Musterschule' zu nennen. In diese Grundschule gehen fast alle unserer Zielgruppen, so dass es von Anfang an unser Ziel gewesen ist, mit den Lehrkräften zu kooperieren. Wir wollen die Kinder im Rahmen von Schulprojekten, -ausflügen, etc. ansprechen und animieren auch außerhalb der Schule unsere Angebote wahrzunehmen, damit wir gemeinsam mit Ihnen arbeiten können. Weitere Kooperationen sind im Aus- und Aufbau, um von weiteren Synergieeffekten zu profitieren.

 

  1. Öffentlichkeitsarbeit: Welche Aktivitäten gab es bisher mit welcher Resonanz?


Die wichtigste und erste Aktivität ist darauf ausgelegt gewesen, das Projekt öffentlich bekannt zu machen. Neben der Arbeit vor Ort haben wir die Öffnungszeiten der Kinderfarm erweitert. In diesen Zeiträumen kann, darf und soll uns jedes Kind besuchen, damit wir gemeinsam an Angeboten arbeiten. Derzeit holen wir vor allem die Kinder aus der Friedberger Altstadt persönlich an vereinbarten Treffpunkten ab, um sie und Ihre Eltern von unserem Vorhaben zu überzeugen. Auf Grund der Sprachdefizite ist dies nicht immer ganz einfach. Ziel soll sein, dass die Kinder selbstständig und kontinuierlich unsere Angebote wahrnehmen. Wir haben bezüglich der Sprachförderung und der Partizipation Teile unserer Homepage ins Türkische übersetzen lassen, in Kooperation mit einem Mitarbeiter der Diakonie. Hiermit wird angestrebt vor allem den Eltern bewusst zu machen, was wir mit dem Projekt und unseren Angeboten zusammen mit Ihren Kindern für die Kinder erreichen wollen.

Nebenher haben wir ein starkes Augenmerk auf die Pressarbeit gelegt. Die Veröffentlichung von Artikeln, um der Öffentlichkeit zu zeigen, was wir machen und vor allem wie wir mit Kindern arbeiten, erfolgt in regelmäßigen Abständen. Auf Grund der sehr guten Kooperationen sind sowohl wir, als auch unsere Kooperationspartner bestrebt, uns in veröffentlichten Zeitungsartikeln gegenseitig zu benennen und auf die Arbeit der jeweiligen Institution hinzuweisen.

 

  1. Informationen zum geplanten weiteren Verlauf des Projektes und Planungen für das neue Förderjahr beziehungsweise für die Zukunft


Es ist weiterhin vorgesehen, feste Gruppen zu implementieren und diese auf der Kinderfarm einzubinden. Die hierzu notwendigen Schritte der Beziehungs-, Netzwerkarbeit und Nutzung der Synergieeffekte aus unserer vielfältigen Kooperation sind bereits beschrieben worden. Die Pflege der bereits bestehenden Kooperationen, vor allem mit der Gemeinsamen Musterschule ist überaus wichtig. Wie werden unser Angebot stetig erweitern und versuchen demnächst verschiedene Tagesangebote publik zu machen, um eine verlässliche Kontinuität zu erreichen und weitere Personenkreise anzusprechen, welche bisher aus unterschiedlichen Gründen noch nicht zu uns gefunden haben. Weiterhin werden wir auf Stadtfesten und Veranstaltungen mit Angeboten vertreten sein.

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